Damals war es !                
             
    *-Volkspark -* 
   **  Ernst Thälmann **        
    
 
 
 
 
 
 
 
Umbenennung am 13. September 1969
 
Anmerkung !  Dies ist eine rein private Seite und dient der Geschichtsdarstellung in unserem Gemeindeleben
( Die Seite erhebt aber keinen Anspruch auf  Vollständigkeit )
 
   Im April 1949 weist die Gemeindeverwaltung an das Schloss abzureißen . Aus den Abrisssteinen und den zu erwartenden Baustoffen sollen Neubauernhäuser gebaut werden . Dieses gelingt nicht, da die Ziegelsteine, luftgetrocknete Hartstrichziegel, aus dem Mauerverband rausgerissen, bald zerfallen . Eine ganz dumme Entscheidung der damaligen Orts-Parteibosse die man eigentlich später bedauert hatte !
Man gab es allerdings nie offen zu ! Denn es war ja eigentlich nur das Dach und die obere Etage durch ein Feuer zerstört worden . Aber die Partei hatte ja immer Recht und es sollte nichts mehr an den Feudalismus erinnern ! ( Siehe hierzu Galerie 4 )
 
Der Schlosspark fristete nun in den ersten Jahren ein trübes Dasein . Zum einen sollte ja bei der Nennung nicht mehr "Schloss" genannt werden, zum anderen wurde ja der Feudalismus und Kapitalismus verdammt . Man rettete sich mit den Bezeichnungen "Dorf-Park" oder "Park im Dorf" bei stattfindenden Veranstaltungen dort .
 
 ( Bitte auf die Bilder klicken , sie erscheinen dann größer )
       
 

Bild Links : Am 13. September 1969 wurde dieses Denkmal eingeweiht und der Park von "Schloss-Park", bzw. Park ohne richtigen Namen , in Volkspark "Ernst Thälmann" umbenannt . Bild Rechts : Nachempfundenes Denkmal-Schild der Gemeinde (siehe roten Pfeil) .

 

Bild Links : Foto-Montage : An dieser Stelle im Park errichtete man eine Holzbühne für öffentliche Veranstaltungen die aber wieder in den 1970er Jahren abgerissen wurde (Holz war morsch und unsicher ) . Bild Rechts : Die Wald-Einbuchtung kann man heute noch sehen . Nach der Wende 1989 / 1990 begann der Vandalismus an dem Denkmal (Graffiti Schmierereien , Entfernung der Buchstaben und so weiter ). Die Gemeinde beschloss das Denkmal zu beseitigen . Der Ernst Thälmann Kopf wurde eingelagert und verschwand dann auf seltsame Weise , und wie man sieht sogar in die USA .

Am 18.09.2011 berichtete nun die MOZ (Märkische Oderzeitung) das der Kopf nun in den USA zur Abholung bereit steht . Der damalige Bürgermeister Heinrich Jüttner berichtete das der Kopf  "in irgend einer Ecke rum lag" bevor er verschwand . Der Ortschronist Ekkehard Brühn wolle sich nun bemühen genaueres zusammen zu tragen um es dann in den "Schöneicher Heften" zu veröffentlichen . Na mal sehen ob das gelingt und vielleicht der Kopf einen würdigen Platz wieder hier in Schöneiche bekommt !

Warum gerade nun "Volkspark

Ernst Thälmann" ?

   

Seit Januar 1929 Reichsparteischule "Rosa Luxemburg" der KPD in Fichtenau ( Ortsteil von Schöneiche bei Berlin ) . Heute in Privatbesitz !

Im März 1927 beschloss die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) auf ihren 11. Parteitag in Essen eine zentrale Bildungseinrichtung zu schaffen . Danach fand vom 1.April bis 31.Mai 1927 der erste Lehrgang auf der Jugendburg Hohnstein (Sächsische Schweiz) statt .

Die reiche Industriellen Tochter ,Schriftstellerin und Kommunistin Montona Moser (Mitbegründerin der Kommunistischen Partei Schweiz) kaufte aus einer Erbschaft das Haus und Grundstück in Fichtenau und stellte es der KPD zur Verfügung . Die Bildungsstätte wurde darauf am 3.Februar 1929 eröffnet .Als Verwalter fungierte von 1929 bis 1933 der Schöneicher Kommunist Erich Wundersee .

  Erich Wundersee

Die Unterrichtsinhalte waren das Kapital von Karl Marx und die Klassiker des Marxismus Leninismus .

Als Lehrer wirkten hier der Vorsitzende der KPD Ernst Thälmann und weitere Funktionäre der KPD , wie Wilhelm Pieck, Hermann Duncker, Ernst Schneller, Franz Dahlem, Fred Oelßner und andere .

Die Absolventen sollten später Funktionen in der Parteiführung und Nebenorganisationen übernehmen . Schüler waren u.a. Etkar Andre, Hans Beimler, Anton Saefkow, Elli Schmidt, Grete Groh-Kunnerlöw, Erich Honecker und andere.

Der letzte Lehrgang begann im Dezember 1932 und musste im Februar 1933 nach der Machtergreifung der Nazis abgebrochen werden .

Am 2. März 1933 besetzte die SA als Hilfspolizei das Gebäude , es diente fortan dann verschiedenen Zwecken bis 1945.

Auch Montona Moser verließ 1934 Nazi Deutschland und kehrte in die Schweiz zurück .

Ernst Thälmann wurde im August 1944, nach über 11 Jahren Einzelhaft, im KZ Buchenwald erschossen .

Das Gebäude nach 1945 !

   

Nach dem 2. Weltkrieg wurden in der ehem. Reichsparteischule der KPD viele Kriegswaisenkinder bis Mitte der 1950er Jahre untergebracht . Sie wurden hier von den Schöneicher Ärzten und dem Roten Kreuz betreut . Kleinere Kinder bekamen hier Unterricht, die größeren Kinder gingen bei uns in Fichtenau in die Bruno-H.-Bürgel Schule . Bin selber Zeitzeuge !

Nach dem das Kinderheim aufgelöst wurde, die Kinder wurden auf andere Einrichtungen verteilt bzw, inzwischen große Kinder nahmen eine Lehre auf und lebten fortan woanders, bekam das Gebäude eine andere Nutzung .

Es zog die Staatssicherheit ein , man sah es an den Sendemasten auf dem Grundstück . Da das Grundstück direkt am Wald lag wurde ein Zugang von dort eingerichtet, komische Aktivitäten fanden dort manchmal statt. Wir Kinder sollten dem Grundstück nicht zu nahe kommen ! Bei mir im Nachbargrundstück zog eine junge Familie ein die dort als "Hausmeister" arbeiten , die bekamen extra auch sofort einen Telefonanschluß, was nicht einmal den Handwerkern oder Geschäftsleuten im Ort gelang !

Im Dezember 1973 , gab es dann einen Beschluss des ZK der SED in der ehemaligen Parteischule der KPD hier in Schöneiche - Fichtenau eine Gedenk- und Bildungsstätte einzurichten und zu eröffnen . Diese bestand bis 1989/90 .

Und Montona Moser ?

 

Bild Links : Klara Zetkin Medaille in 900 Silber , Bild Rechts : Die Grabstätte von Montona Moser auf dem Zentralfriedhof Berlin - Friedrichsfelde .

Im Jahre 1950 erhielt M. Moser durch den 1. Staatspräsidenten der DDR , Wilhelm Pieck, das Ehrenbürgerrecht der DDR und kehrte nach Berlin zurück und trat der SED bei . 1959 wurde sie Trägerin der Klara Zetkin Medaille in Silber .

   

Außerdem wurde sie noch mit dem Vaterländischen Verdienstorden ausgezeichnet .

Das alles ist nun Geschichte von Schöneiche die man ruhig erwähnen sollte. Aber man kann auch sehen das sich jedes Staatssystem seine eigene Geschichte zusammen "bastelt". Es ist heute leider nicht anders !

Nach der Wende 1989/90 wurde der Park wieder in - Schloss  Park - umbenannt . Siehe die Bilder von 2008 .

Bild Links : Ehemaliges Schloss - Orangerie - mit Resten der Wirtschaftsgebäuden mit Schlosskirche im Hintergrund , Bild Mitte : Rest Orangerie - hinten waren einmal Wohnungen , Bild Rechts : Im Jahre 2008 wurde das "Schloss Cafe" eröffnet . Das Cafe wurde auf dem ehemaligen Gelände des Schloss Gartens erbaut . Der Abriss der alten Schlossteile und Wirtschaftsgebäude erfolgte dann 2009 .

Quellennachweis :

1. Bilder aus Eigenem Archiv ,

2. Montona Moser - Internet ,

3. Montona Moser - Eigenes Archiv ,

4. Eigene Bilder von 2008 .

    

 

                       © gartenwerner - Stand Oktober 2017