Tag des offenen Denkmals
der Gemeinde Schöneiche bei Berlin 2010 !

 

 
 
                                                                                        
                                                                         
 
  
Anmerkung !  Dies ist eine rein private Seite ! Die Seite zeigt eine der vielseitigen kulturellen Aktivitäten der Vereine , der Gemeinde und deren Bürger auf  . Die Seite erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit !
 
Bei herrlichem Herbstwetter fanden sich zahlreiche Besucher bei ihren Spaziergängen im ehemaligen Raufutterspeicher ( von 1749 und dem letzten seiner Art im Land Brandenburg ) , in der ehemaligen Schlosskirche und im Heimathaus ein .
 
Wir beginnen unseren Rundgang im Raufutterspeicher !                     
Erbaut 1749 ( Holzuntersuchungen ergaben 1730-1731 )
 
( Auf die Bilder klicken , sie erscheinen dann größer )

Der Raufutterspeicher ist ein zweigeschossiger Fachwerkbau mit Mansardendach und Aufzugerker .

Hier die Beschreibung sowie eine Tafel am Eingangsbereich .

   

Die Beschreibung wie aus Korn das Mehl wird und dann das Brot .

Gleich im Eingangsbereich kann man alte Hausgeräte bewundern , alles für die Wäsche ( Waschwanne , Waschbrett , Nähmaschinen und Handwäschemangel aus Holz  ).

  

Handwäschemangel in reicherer Ausführung und eine Kleiderkiste .

Aus dem ehemaligen Schloss !

  

Es ist erfreulich das aus dem ehemaligen Schloss die zwei Geländer wieder aufgetaucht sind und ausgestellt werden können .

  

Auch fanden sich wieder eine Ofen und Kaminplatte wieder an sowie 2 Pflanzkübel aus dem Schlossgarten .

Ein Danke an Frau Elisabeth Fischer !

   

Das es hier , wie wir damals immer sagten , von " unserer ehemaligen Brausebude " noch etwas zu sehen ist freut einen gebürtigen Schöneicher - Fichtenauer . Haben wir doch als Kinder in den 1950er Jahren gerne die dort hergestellte Brause getrunken . Die schmeckte einfach besser als andere gelieferte aus Berlin . Kannte Herrn Woydziak noch selbst und als die Verstaatlichungen in der ehem. DDR  losgingen wurde seine Firma nur noch eine Abfüllstation .

  

Und man staunt heute was Herr Woydziak alles hergestellt hat damals . Sogar Fichtenau hatte einen Halb und Halb . Nun verstehe ich auch die Erwachsenen von damals die öfter mal sagten ,wenn etwas nicht so lief bei der Arbeit " Trink ma erst een Fichtenauer " .

Ein Danke auch an Frau Rohleder !

       

Werbung von 1930 ! Die Schuhmacherei befand sich an der Ecke - heute Brandenburgische-Straße - Raisdorfer Straße .Als Kind und Jugendlicher brachten wir noch die Schuhe dort hin zum reparieren . Neue Schuhe gab es Ende der 1940er und Anfang der 1950er Jahre kaum , und wenn , dann konnte man sie sich nicht leisten . Sehe heute noch Herrn Schumann an seinen Maschinen und Frau Schumann bei der Schuh An und Ausgabe im Laden und Werkstatt . Die Tochter von Familie Schumann heiratete später den Gesellen von Herrn Schumann und späteren Schuhmachermeister Rohleder . Auch dort waren wir weiterhin Kunde bis zur Schließung des Geschäftes .

Hier einige Werkzeuge und Maschinen aus der Werkstatt die ich alle noch in Funktion gesehen habe .Die Tür zur Werkstatt stand ja manchmal offen . Sie dürften heute auch noch funktionstüchtig sein ! September 2010 - ab und zu kann man Frau Rohleder beim Einkauf sehen .

Weiter geht der Rundgang

  

Hier noch einmal der Eingangsbereich . Rechtes Bild : Was man doch so alles damals erfunden hat - wie hier diese Handwaschmaschine für die kleine Wäsche .

  

Diesmal waren die beiden Frauen von den Heimatfreunden nicht im Heimathaus sondern hier im Raufutterspeicher zu finden . Man konnte sie bei der Arbeit bewundern und auch sehen was so alles hergestellt wurde . Für viele vielleicht eine Informationsquelle , denn wer kann heute noch Häkeln , Sticken , Klöppeln oder Stricken und Schneidern ?

Und hier eine besondere Führung für mich , nochmals ein Danke !

Über eine Wendeltreppe gelangte man in den Ersten Stock . Hier sah man erst einmal die Größe der Lagerfläche und die Balkenkonstruktion . Bild Mitte : Das Tor für den Erkeraufzug , Bild Rechts : Die Kornschütte .

  

Über diese Treppe gelangte man in den Zweiten Stock . Auch hier eine große Lagerfläche . Da die ganze Konstruktion aus Holz ist so hat man leider viel Ärger mit den Holzwürmern .

  

Hier die Gerätschaft für den Aufzug .

In einem Regal in der Raummitte befanden sich dann noch etliche Gegenstände die noch nicht zu einer Ausstellung zusammen gestellt waren ( Also der Fundus ) . Bild Mitte : Die nette Dame von den Heimatfreunden zeigte mir dann ein tolles altes Stück , eine Steinaxt .

   

Nach dem Rundgang konnte man sich hier auch stärken , bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen - einfach lecker . Bei besonderen Anlässen ist das möglich .

Auf dem Hof dann

Hier die kleinste Bockwindmühle Deutschlands die auch Mehl herstellen kann !

( Auf die Mühle klicken , dort geht es weiter )

 

Weiter geht es zur ehemaligen Schlosskirche !

   

Die alte evangelische Schlosskirche des Gutsdorfes Schöneiche stammt in ihrer heutigen Gestalt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts . Doch Jahrhunderte zuvor soll von den Zisterziensern erbaute Kapelle bestanden haben . Im Dreißigjährigen Krieg arg in Mitleidenschaft gezogen begann sie zu verfallen .

  

Vom Geheimrat Severin Schindler wurde sie 1725 völlig neu im barocken Stil gestaltet .Bild rechts : Dieses große Medaillon an der Südseite der Kirchenfassade würdigt dieses .

   

Hier am Eingang zum großen Raum befindet sich das Vereinsbanner des Männer Gesangs Vereins Fichtenau ( gegründet 1909 ) . Das Banner wurde durch den Fichtenauer Bildhauer und Holzschnitzer Ernst Theuer sowie seiner Tochter Anneliese , die Schneiderin war , entwickelt und hergestellt . Die feierliche Weihe war am 19.06.1932 an der Schlosstreppe des ehemaligen Schöneicher Schlosses .

  

Einige Gegenstände aus damaliger Zeit sind heute noch zu bewundern . So ist das Bildnis von Severin Schindler nach der Restaurierung wieder an seinem Platz , das Bildnis seine Frau Maria Rosina Schindler wird gerade Restauriert . Als weiteres findet man die Grabsteine derer von Krummensee sowie das Wappen derer von Knobelsdorff  die im 19. Jahrhundert Besitzer des Rittergutes Schöneiche waren .

Bild Links : Die Empore ,was davon noch erhalten ist . Bild Mitte : Wandgrab von Friedrich Wilhelm Schütze .Bild Rechts : Ahnentafel derer von Krummensee und Grabtafel von Christoffel von Krummensee .

Die ehemalige Schlosskirche zu Schöneiche ist Jahrhunderte hinweg eine evangelische Kirche , von 1945 bis 1985 aber eine katholische Kirche . Nach 1985 verkaufte die katholische Kirchengemeinde  die Kirche an die Gemeinde und wurde nun  Federführend durch den Schöneicher Heimatverein und durch Einrichtungen des Denkmalschutzes in den 1990er Jahren völlig rekonstruiert . Heute ist die ehemalige Schlosskirche ein Kulturzentrum . Konzerte , kleine Theateraufführungen , Dichterlesungen und andere Veranstaltungen finden hier statt .  Auch befindet sich hier das Standesamt der Gemeinde .

Bild Links und Rechts : Torpfeiler des ehemaligen Schlosses . Bild Mitte :  Die Original Pflasterung der Dorfstraße - Blick Richtung Straßenkreuzung " An der Reihe " .

     

Bucheinband des Buches über die Geschichte der ehemaligen Schlosskirche und des Schlosses Schöneiche - Ausgabe 2006 .

Es geht weiter zum Heimathaus unserer Gemeinde !

   

Das Heimathaus ist ein Baudenkmal und zugleich das älteste erhaltene Wohnhaus des Ortes . Es ist ein sogenanntes Doppelstubenhaus in Fachwerkbauweise . Errichtet wurde es um die Mitte des 18. Jahrhunderts .Zwischen 1981 und 1984 wurde es durch und auf Initiative des Heimatvereines Schöneiche rekonstruiert und restauriert .

  

Der Eingangsbereich von damals . Im Garten werden alte Nutzpflanzen gezüchtet .

   

Hier im Garten befindet sich auch der Backofen . Zu besonderen Anlässen, wie dem Heimatfest , wird er betrieben und darin Brot gebacken und an die Besucher verkauft .

Im inneren des Heimathauses findet man viele Gegenstände aus vergangenen Tagen .

Vieles hat sich inzwischen angesammelt und man bekommt einen Einblick wie unsere Vorfahren so um 1750 gelebt haben .

  

Auch Feldgeräte sind zu sehen .

Das Haus verfügt über einen Mittelflur der das gesamte Gebäude durchquert . Und hier in der Mitte befindet sich die eine Herdstelle mit offenem Kamin , die sogenannte Schwarze Küche . Es ist eine der wenigen noch erhaltenen Küchen dieser Art .

  

Bäuerliche Gegenstände vergangener Tage sind zahlreich  in der Dauerausstellung zu bewundern .

  

Im Heimatzimmer haben die Heimatfreunde anschaulich vieles ausgestellt .

  

Hier kann man nach dem Rundgang durch die Räume etwas ausruhen und auch Kaffee und Kuchen genießen .

Ein Danke an die Heimatfreunde die für die Besucher gerne Auskunft geben und alles erklären !

 

Quellennachweis :

1. Kopie Bucheinband - Schlosskirche und Schloss Schöneiche ,

2. Werbung von Schuhmacher Schumann von 1930( aus Kleinschönebeck und seine Kolonien - Gemeindevorstand Kleinschönebeck 1930 )

3. Eigene Aufnahmen vom 13. Juni und 12. September 2010

                      

 
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