Schöneiche bei Berlin - Ortsteil Fichtenau

                                  Die " Förster - Villa "

                                    

            

März 2008 : Bevor auch diese Villa in der heutigen Brandenburgischen-Straße rekonstruiert wird und äußerlich bestimmt nicht mehr so aussehen wird wie bisher , werden hier einmal Aufnahmen der vergangenen Jahre gezeigt .

             Um die Bilder größer zu sehen , bitte raufklicken .

     

v.l.n.r.- Nach der Besiedelung um 1900 wurde in der damaligen Kaiser-Wilhelm-Straße 48 die Gaststätte " Zum Fuchsbau" erbaut . Im Jahre 1907 wurde dann die Stadtvilla " Förster "von einem Architekten -  Schüler des Baurates Alfred Messel ( Alfred Messel -Architekt -Baurat-Professor, geb. 22.07.1853 -Darmstadt - gest. 24.03.1909 .Von 1904 bis 1909 Mitglied der Preußischen Akademie der Künste / Berlin )( Messel erbaute auch in Berlin "Wertheim" und vieles in der Umgebung des damaligen Leipziger Platzes ) für den Berliner Unternehmer Julius Förster erbaut ( Weitere Unterlagen existieren leider nicht mehr darüber) . Aber es gibt Unterlagen wonach : Am 13. September 1909 : Acht  Herren - Julius Förster , Hauptlehrer Noack , Lehrer Ebers , Willi Hartmann , Fritz Förster (Bruder von Julius Förster) ,Herr Pohl ,Betac und Otto Schramm finden sich zusammen, um einen Männergesangverein zu gründen . Die Gaststätte "Zum Fuchsbau" gehörte von 1914 bis 1920 dem Bürgermeister a.D. Wittstock . Er verkaufte es 1920 an die Gemeinde Kleinschönebeck . Dort wurde dann das Gemeindeamt eingerichtet .

 

1934 wurde im Rahmen von "Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen" der große Umbau durchgeführt . Die feierliche Einweihung erfolgte am 28.07.1934 durch den Kleinschönebecker Dorfschulzen (einem SS-Sturmbannführer  Gabel) . Das Rathaus ist heute noch , fast , im gleichen Zustand , äußerlich  ( es wird noch gesondert auf die Geschichte des Rathauses eingegangen ) . Linkes Bild von 1950 - rechtes Bild von 2005 .

Nun aber weitere Ansichten der "Förster-Villa"

Das Grundstück war eigentlich ein Doppelgrundstück und reichte über das "Fredersdorfer Mühlenfließ" hinaus bis zum anschließendem Wald . Das Grundstück hinter dem Fließ wurde in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts von den Eigentümern nach Frau Krupka "abgegeben" (mehr unter Druck staatlicher Behörden) . Der damalige Bürgermeister (von 1960 bis 1980) Karl Hintze ,SED, versorgte damit einen "verdienstvollen Mitarbeiter  des Ministeriums für Staatsicherheit" mit einem Wochenendgrundstück .

v.l.n.r. - Haus im Winter 2004 - Eingangstür mit schön verziertem Gitter (Türfenster lassen sich öffnen) - kleines Flurfenster (läßt sich auch öffnen) .Nachfolgend : Hinter der Veranda befand sich ein Teich mit Springbrunnen , Blumenbeete , eine mit Buchsbaum bepflanzte Wegeinfassung auf der man über eine kleine Fließbrücke zum hinterem Grundstück gelangte . Dort befanden sich auch Beete für Gemüse , Küchenkräuter und weiteres . Auf dem nicht bebauten Grundstücksteil was zur Gemeinde lag , befanden sich Obstbäume und Gemüsebeete . Zur damaligen Zeit ,auch noch nach dem 2. Weltkrieg , wurde viel eingeweckt , Obst im Keller gelagert und Eingemietet .

v.l.n.r. - Terrasse zur Straßenseite - Rückseite des Hauses mit Veranda (unter der Veranda konnte Holz gelagert werden zum heizen , auch Kaminholz) - Über der Veranda befand sich noch ein Balkon der oberen Etage , die Balkontür ist noch zu sehen ( der Balkon wurde nach 1945 abgerissen , war morsch , Baumaterial gab es leider nicht) .Die Fenster und Türen zur Terrasse , Balkone und Veranda sind Doppelfenster und Türen . Die Eingangstür ist einfach , mündet aber in einen kleinen Vorraum von wo man in das Treppenhaus (durch kleine Tür ) bzw. zum Keller (durch kleine Tür) gelangt (Zur damaligen Zeit zählte das wirklich zu einer Wohlhabenheit , meist gab es nur einfache Fenster und Türen) .  Alle Wohnräume waren jeweils mit einem wunderschönen "Motiv-Kachelofen" ausgestattet . In der oberen Etage wurden die Öfen nach dem Krieg durch einfachere Öfen ersetzt (es war kaum Material zu bekommen) . 1909 wurde die "Kleinschönebecker-Gasanstalt" gebaut und 1910 abgenommen und ging in Betrieb . Alle Wohnräume waren mit einer Gasbeleuchtung ausgestattet (habe Gasbeleuchtungen nach 1948 noch miterlebt im Ort , nur das "Gasstrümpfe" besorgen war schwierig , sie waren auch schnell defekt) . Stadtwasser gab es ab ca. 1910 . Auch eine elektrische Beleuchtung wurde eingebaut .

v.l.n.r. - Die Fassade der Südseite des Hauses wurde mit 2 "Scheinfenstern" versehen , war früher sehr üblich (eventuell für späteren Fenstereinbau) - Schmiedeeiserner Zaun und inmitten der Gartentür die Anfangsbuchstaben von Julius Förster ( JF ) . Bis in die 60er und Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts lebten Herr Hartmann und Frau Krupka in diesem Haus . (kannte beide persönlich noch) .                                      In den unteren 2 Wohnräumen wurden dann die "Motiv-Kachelöfen" in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts abgerissen - das Haus erhielt (zur damaligen Zeit ganz modern) eine "Warmluftheizung". Die Kacheln eines Ofens wurden für einen "Schein- Kamin" (es mündete der Schacht der Luftheizung darin)   verwendet , der andere Kachelofen ging verloren . Es wurde ein  funktionstüchtiger Kamin dafür eingebaut .  Den 3. Kachelofen gibt es seit 2005/2006 nicht mehr .

 

v.l.n.r. - Nach 1990 erwarben neue Eigentümer das große Grundstück . Auf dem Grundstück ,zur Gemeinde zu , wurde dieses Wohnhaus errichtet " Das blaue Haus " :-)  .Die unteren Wohnungen sind Behindertengerecht erbaut . Bilder am Abend und am Morgen .

 

v.l.n.r. - Die untere Behindertengerechte Wohnung zur Straße wird auch vermietet für Wochenenden oder Kurzurlaube (hier ist links auch noch die alte Linde zu sehen ). - Rechtes Bild anklicken , dort gibt es weitere Informationen .

Am 28.06 2006 , nach einem kurzen Sturm , stürzte die schöne alte Linde vor der "Villa - Förster"  um , die Freiwillige Feuerwehr Schöneiche bei Berlin rückte zur Beseitigung an . Der Busverkehr der BVG-Linie 161 und der Buslinie 420 war auch unterbrochen . Nach außen sah die Linde immer gesund aus, nun sah man aber das dieser alte Baum innen vollkommen morsch war . Er stammte ja noch von der Straßenbepflanzung ca. 1910 . Obwohl die Straßenbäume in Schöneiche alle Nummern haben, regelmäßig begutachtet und untersuch werden konnte es dazu kommen .

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Neue Erkenntnisse werden berücksichtigt und eingearbeitet .

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Quellenangabe :  Schöneiche bei Berlin

                                                Eine Chronologie durch die Geschichte

Schöneicher Hefte - Verlag "Individuell" Schöneiche - Heft 1

Eigene Aufnahmen aus den Jahren 2003 bis 2006