1909 - 2009
100 Jahre Goethepark ( früher Königspark )
 
                                               
 
Anmerkung !  Dies ist eine rein private Seite . Die Darstellung der Geschichte erfolgt allerdings nur in Umrissen , es würde sonst ein Buch werden .
 
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1. 1853 - Das Gut Schöneiche geht an den Sohn der verwitweten Baronin von Knobelsdorff , Ernst Friedrich Heinrich v. Knobelsdorff , der mit Mathilde Pauline geborene Satmary verheiratet ist .
2. Im nächsten Jahr , 1854 am 17. Januar ,verstirbst die alte Baronin .
3. 1862 - Bismarck regiert mit Blut und Eisen . In 3 militärischen Schlachten um die Vorherrschaft Preußens in Deutschland werden errungen . 1864 gegen Dänemark , 1866 gegen Österreich und 1870/71 gegen Frankreich .
4. Zwischen 1870 und 1910 : Der Raum Berlin-Brandenburg erlebt in der Gründerzeit seine größte Wanderungsbewegung seiner neueren deutschen Geschichte . Mehr als eine halbe Million Landarbeiter , Handwerker, Mägde, und Kleinbauern kehren der Landwirtschaft den Rücken . Sie drängen in die großen und kleinen Städte . In Berlin und den Vororten kann kaum so schnell gebaut werden wie neue Bewohner zuwandern .
5. Um 1890 parzellieren Kleinschönebecker Bauern ihr Land und verkaufen es an Großstädter .
6. Am 11. Mai verstirbt Ernst Friedrich von Knobelsdorff .  Die Witwe entschließt sich Grundstücke an der Westseite der Rahnsdorfer Straße zu verkaufen , das ist dann die Keimzelle der Waldgartenkolonie Schöneiche .
                     
   

Wappen Ernst Friedrich von Knobelsdorff

 

Parzellierungs-Plan vom Mai 1909 der Villen Kolonien . Links der Roten Linie ( Rahnsdorfer-Straße ) ist das Gebiet der Kolonie Schöneiche . Viele Straßen haben zu diesem Zeitpunkt noch keine Namen, nur Nummern . Der Königspark ist aber schon vorhanden ( heute Goethepark) . Ersichtlich auch das dort ein Denkmal erstellt werden sollte .Allerdings sind schon bzw. werden Häuser errichtet , etliche Parzellen haben erst einmal eine Laube , viele Grundstücke sind noch frei .

   

Das Haus an der Ecke Kirschenstraße - Kastanienstraße ( hinter dem Briefkasten) ist von 1909 . Bild von 2007

 

Ende 2007 und 2008 wurde dann dieses Haus saniert und wieder toll hergerichtet ( es wird aber 2009 immer noch etwas gebaut ) . Aufnahme 2008 in der Kastanienstraße . Pflasterung der Straße noch Original Kopfstein .

 

.Das Haus von der Ecke Kirschenstraße - Am Goethepark ( früher Am Königspark ) . Auch dieser teil der Straße Am Goethepark ist noch Original mit Kopfsteinpflasterung . Andere Straßenabschnitte haben schon einen Bitumenüberzug .

Die Mitglieder des Zweckverbandes , Anwohner und Siedler gestalteten damals den Park und bepflanzten ihn auch . Alte , schon stehende Bäume wurden dabei integriert ( wie z. B. Buchen, Erlen, Birken , Eichen , Kiefer und andere ) .

Dadurch hat der Park heutzutage einen reichhaltigen alten Sträucher und Baumbestand . Dieser wird durch die Gemeinde gepflegt und bearbeitet .

Zu jeder Jahreszeit gibt es neue Anblicke und etwas zu entdecken . (Allerdings selbst habe ich noch keine Bilder vom Winter :-), aber wird auch noch  )

Im Frühjahr blühen Schneeglöckchen , Krokusse , auch etliche Sträucher .

Die Bäume sind teilweise mit wildem immergrünen Wein berankt .

Auf den Haupt - und Nebenwegen kann man immer wieder etwas entdecken . Anfänglich gab es auch immer wieder Schmierereien an der Rückwand des Blumenladens . Jugendliche sprachen Frau Leppich an ob sie ein richtiges Bild anbringen können und dies wurde ihnen gestattet . Nun ist an der Wand Ruhe . So kann es auch gehen .

 

Und am Goethepark fährt auch die Straßenbahn vorbei ( die damals 1910 erbaut wurde und noch eingleisig war ) .

Mit dem Bau der Straßenbahn 1910 wurde hier am damaligen Königspark eine Haltestelle eingerichtet . Es wurde dieses Wartehaus erbaut . Es wird berichtet das am 11. März 1932 in diesem Wartehaus ein Kind geboren wurde . Der Schriftzug über dem Eingang stammt noch von Dreharbeiten in den 70er Jahren zum DEFA-Film " Auf der Suche nach Gatt " mit Dieter Mann . Dieser Film wurde mit einigen Szenen hier gedreht und die DEFA brachte dafür den Schriftzug an . ( Bilder von 2007 ) Das Wartehaus wird schon lange nicht mehr genutzt, aber bisher wollte keiner das Haus abreißen - Zum Glück auch !!! Es gehört doch zur Geschichte von Schöneiche und der Straßenbahn !

 

In den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts erbaute die GPG ( Gärtnerische Produktions Genossenschaft ) hier am Goethepark einen Blumenladen . Ab 1978 arbeite dort Frau Leppich und versorgte die Bürger mit Schnittblumen und Grünpflanzen .

Zum Sommeranfang 2008 sah es dann so aus , das Schild am Eingang wurde auch abgerissen und zerstört . Die Schmierereien waren unbeschreiblich .

 

Vandalismus außen und innen . Traurig , traurig was es für Menschen gibt !

Im Goethepark befindet sich ein Hügel auf dem früher einmal ein Denkmal stand . Bäume und Sträucher stammen noch aus der Zeit damals . * Dieses Kriegerdenkmal wurde 1927 durch den Friedrichshagener Künstler Richter-Elsner geschaffen und im Königspark ( Goethepark ) aufgestellt . Es war für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Schöneicher enthüllt und geweiht worden . Nach 1945 wurde das Denkmal entfernt und aus Teilen ein VVN-Denkmal errichtet ( der Stein war aus dunkelbraunem Marmor - auf der Spitze das VVN Zeichen ,kann mich noch an die Kranzniederlegungen erinnern ) . In den 60er - 70er Jahren wurde das Denkmal aus dem Goethepark entfernt und im ehemaligen Thälmannpark , jetzt wieder Schloßpark ,als VVN-Denkmal aufgestellt .Der größte Teil des Denkmals mit der Namenstafel und die Skulptur sind nicht mehr auffindbar . *

   

Heutiges VVN Denkmal im Schlosspark .

Auch im Sommer kann man hier im Schatten der Bäume sein .

Die Gemeinde kümmert sich ganzjährig um die Pflege des Parks .

Leider gibt es auch immer wieder welche die Parkbänke und Abfallbehälter beschädigen müssen .

 

Wege im Park .

 

Hier einen Blick auf die Goetheeiche ( Beschreibung der Geschichte in Galerie 09 - Rund um den Goethepark ) .

Und im September 2008 dann ein neuer Blick auf das Wartehaus - hier scheint sich was zu tun !

Zuerst wurde eine Tür eingesetzt und der Innenraum verschlossen .

Im Gespräch mit den Arbeitern erfuhr ich das die Gemeinde Schöneiche bei Berlin , aus Anlass des 100 jährigen Bestehens vom Park und dem bevorstehenden 100 jährigen Bestehen der Straßenbahn , 2010, die Sanierung des Wartehauses durchführen lässt . Damit wurde der Schöneicher Baubetrieb DIETER NEUMANN beauftragt .

Umfangreiche Arbeiten mussten durchgeführt werden .

Ein Bauzaun schützte das Haus .

Man konnte aber die Fortschritte beobachten .

   

Wartehaus mit neuem , schon lange in Betrieb , Haltestellenbereich .

Am 28.10.2009 wurde die Arbeit durch die Gemeinde abgenommen .

Man konnte sich nun von den Arbeiten überzeugen , außen und innen . Der Außenanstrich entspricht der Farbgebung der Straßenbahn und die Farbe soll vor Graffiti schützen . Löblich !

Auch elektrische Leitungen im Innenbereich wurden verlegt . Über die zukünftige Nutzung des ehemaligen Wartehauses ist mir leider nichts bekannt geworden .Hoffentlich versuchen sich nicht wieder Schmierfinken und Vandalen an dem schönen ehemaligem Wartehaus ! Das Schild über dem Eingang soll auch wieder angebracht werden .

Also einen Dank an die Gemeinde Schöneiche bei Berlin das dieses Gebäude erhalten wurde !!!  Auch einen Dank an den Schöneicher Baubetrieb Dieter Neumann für die geleisteten Sanierungsarbeiten !

 

 

Und so sieht nun der gesamte Haltestellenbereich aus , einfach schön !

Auch im Herbst zeigt sich der Goethepark in seinen tollsten Farben.

Leider hinterlassen Schmierfinken auch an dem Tütenspender ihre Zeichen .

Der ehemalige Denkmalhügel wird im Winter als Rodelberg für die ganz kleinen Kinder benutzt . Das 1. mal auf dem Schlitten in ihrem Leben, das gibt dann dollen Spaß für die Kleinen .

Bick aus Richtung ehemaliges Wartehaus auf die Kreuzung und das haus von 1909 . * In dem Blumenladen am Goethepark ist immer noch Frau Leppich , sie hat am 01.04.2000 den Laden privat übernommen . Hier findet man ein reichhaltiges Angebot und immer freundliche Bedienung .

   

Die Goetheeiche im Herbstlaub . Blick aus Richtung Goethestraße ( früher Königsallee ) in Richtung Park .

Und nach dem Herbst kommt der Winter !

Ein Blick in den Park einmal im Winterkleid .

Wege und der ehemalige Denkmalhügel sind verschneit .

Das ehemalige Wartehaus der Straßenbahn hebt sich nun nach der Sanierung richtig hervor .

Ehemaliges Wartehaus und Blumenladen und die bemalte Rückwand des Blumenladens .

Seit die Besitzerin des Blumenladens die Rückwand von Jugendlichen besprühen ließ gibt es keine anderen "Kritzeleien" mehr . Auf dem ehemaligen Denkmalhügel war hier eine Mutter mit ihrem Sohn und eine Schlittenfahrt macht Spaß :-)

v.l.n.r.: Schon geht es für den Kleinen den Hügel runter mit dem Schlitten * Bild Mitte : Doch ab und zu werden doch die Wege geräumt im Park , aber es ist nicht die Regel * Nun hat man freie Bahn zu laufen .

 

Die Bänke müssen warten bis zum Frühling auf Gäste :-)

     

Quellennachweis :

1. Schöneiche bei Berlin - Eine Chronologie durch die Geschichte - 2000,

2. Heinz Biskup - Schöneiche in alten Ansichten ,

3. Info aus " Schöneicher Hefte " Heft 5 von 2007 ,

4. Info aus " Randberliner Straßenbahnen "

5. Eigene Aufnahmen von 2007 bis 2009

Neue Erkenntnisse werden nachgetragen !