Ehemalige Schlosskirche Schöneiche
 
Die Schindler Bilder sind wieder komplett !
 
Feierlichkeit am 20.11.2010
 
( Severin Schindler - 1671 bis 1737 )
( Maria Rosina Schindler - 1688 bis 1746 )
            
Anmerkung !  Dies ist eine rein private Seite und dient der Geschichtsdarstellung in unserem Gemeindeleben ( Die Seite erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit - soll ja kein Buch werden )
 
                 
  ( Bitte auf die Bilder klicken , sie erscheinen dann größer )
       
 

Als ich diese Einladung erhielt stand für mich fest , da muss man als gebürtiger Schöneicher dabei sein . Es hat lange gedauert bis nun beide Bilder wieder an ihrem historischem Ort hängen und bewundert werden können .

Die wechselvolle Geschichte und wechselnde Besitzer vom Gut Schöneiche wurde 1725 durch den Kauf von dem Königlich Preußischen Rat Severin Schindler im Geschichtsbuch eine neue Seite aufgeschlagen . Noch im gleichen Jahr begann er mit dem Ausbau der Dorfkirche , die bis dahin in damals typischer Feldsteinform errichtet war. Sie wurde zu einer repräsentativen barocken Kirche " Zum angehenden Frieden " aufgebaut .

   

Auch alles Nachzulesen in diesem sehr interessanten und aufschlussreichem Buch aus dem Jahre 2006 von Dr. Wolfgang Cajar .

Severin Schindler war, zu seiner Zeit, ein sehr moderner und " spendabler " Patron . Wie er allerdings mit seinen Leuten umging ist nicht überliefert . 1726 stiftete er eine wertvolle Bibliothek theologischen Inhalts und von "Erbauungsliteratur", die in der Kirche aufbewahrt wurde . Darunter waren Bücher aus dem 16. und 17. Jahrhundert mit Titelholzschnitten von Lucas Cranach .

 

Bild Links : Abendmahlgeschirr der Stiftung Schindlers mit Gravierung . Bild Rechts : Die erhaltene Bibliothek aus der Stiftung Schindlers .

Auch 1726 stellte Severin Schindler den 1. Schulmeister des Ortes ein , eine Schule ließ er 1730 in der Dorfstraße erbauen . Schnell wurde aus der Schule ein Waisenhaus , indem 7 Jungen wohnten und unterrichtet wurden .

 

Bild Links :Der frühere Altarraum der Kirche , die Empore im linken Teil des Bildes gibt es nicht mehr . Bild Rechts : Nur noch diese Empore ist erhalten geblieben .

   

Nach dem Tod von Severin Schindler - 1737 , erbt seine Witwe , Maria Rosina , sein gesamtes beträchtliches  Vermögen und sie setzt auch sein karitatives Werk bis zu Ihrem eigenen Tod - 1746 , fort . Der Kirchengemeinde macht sie noch zu ihren Lebzeiten bedeutende Schenkungen . Darunter die beiden Bilder , das von ihrem Mann ließ sie 1739 malen , das von ihr dann 1740 und übergab diese der Kirchengemeinde .

 In den folgenden Jahrhunderten wurde die Schlosskirche immer als evangelisches Gotteshaus genutzt .

Nach den Kriegswirren des 2. Weltkrieges 1945  war die Kirche stark im Mitleidenschaft gezogen . Durch dem Zuzug vieler Umsiedler aus den deutschen Ostgebieten sowie aus Böhmen und Mähren, katholischen Glaubens, bildete sich eine starke katholische Gemeinde . Die evangelische Kirche übergab zur Nutzung die Kirche der katholischen Kirchengemeinde , die sie nach Reinigung und Benutzbarkeit sowie neuer Weihe, bis in die 1970er Jahre auch als Kirche nutzte .

Durch fehlende finanzielle Mittel konnte die inzwischen marode Bausubstanz nicht mehr verbessert werden . Die Kirche wurde aufgegeben und sollte eine andere Nutzung erhalten , nämlich eine " Kunstschmiede " sollte dort rein . Dagegen erhob die Gemeinde Schöneiche gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Denkmalschutz und Unterstützung des Denkmalamtes einen Einspruch . Die  Gemeinde und die Arbeitsgruppe wollten aus der ehemaligen Schlosskirche ein Kulturzentrum für die Gemeinde errichten . Gemeinde und die Arbeitsgruppe Denkmalschutz erhielten den Zuschlag ! In unsäglich  mühevoller Arbeit über 10 Jahre hinweg ( auch freiwillige private Einsätze ) wurde die ehemalige Schlosskirche zu einer vielseitig genutzten Konzerthalle , Saal für Veranstaltungen unterschiedlichster Art und einem beliebten und begehrten Ort für standesamtlichen Trauungen .  

   

Beide Gemälde überstanden unbeschadet den 2. Weltkrieg und waren Jahrzehnte im Märkischen Museum (Stadtmuseum Berlin) eingelagert . Eine Initiativgruppe des Archivbeirates , die Heimatfreunde und der Bürgermeister machten sich stark um beide Bilder wieder an ihren ursprünglichen  Ort zu zeigen . Das Konsistorium der evangelischen Kirche (EKBO) unterstützte das Vorhaben ebenfalls . So konnte 2009 das Bild von Severin Schindler, nach aufwendiger Restaurierung , wieder in der ehemaligen Schlosskirche gezeigt werden .

Nun zum Festakt !

Bild Links : Langsam füllt sich der Saal, Bild Mitte : Kurze Ansprache von Herrn Wolfgang Ziegler, Sprecher des "Fachbeirates für Visionen" und Initiator der Bürgerstiftung. Dort ist er auch Vorsitzender des Stiftungsrates. Bild Rechts : Der musikalische Beitrag . Im Bild ganz vorn Rechts sitzt der Darsteller des Severin Schindler in alter Robe .

Bild Links : Musikalischer Beitrag , Bild Mitte : Kurze Ansprache von Herrn Brühn - Vorsitzender des Ortschronik Fachbeirates , Bild Rechts : Kurze Ansprache  vom Bürgermeister Heinrich Jüttner .

Bild Links : Der Bürgermeister , Bild Mitte und Rechts : Enthüllung des Bildes von Rosina Schindler .

 

Bild Links : Der Bürgermeister , Bild Mitte und Rechts :Kurze Ansprache  von Landtagspräsident des Bundeslandes Brandenburg Gunter Fritsch .

Alle Bilder : Pfarrerin  K. Lüdke , sie berichtete etwas über Leben und Wirken von Severin Schindler und dessen Frau Rosina und deren Stiftungen .

 

Die Pfarrerin Lüdke zeigte auch Gegenstände der Siftung , wie Rechts zu sehen sind 1. Taufschale , 2. Abendmahlkelch sowie Bücher aus der Bibliothek . Das Abendmahlgeschirr ist heute noch im Einsatz und daher noch gut erhalten .

   

Der Restaurator Holger Manzke berichtete etwas zur Geschichte der Bilder , dessen Maler  und von der Restaurierung der Bilder .

Alle Bilder : Überreichung von Blumen an alle Redner und Mitwirkende das die Schindler Bilder wieder in der ehemaligen Schlosskirche gezeigt werden können .

Bild Links : Überreichung von Blumen des Bürgermeisters an den Vorsitzenden des Ortschronik Fachbeirates Schöneiche und Sprecher der Initiativgruppe "Schindler Bilder"  E. Brühn . Bild Mitte : Den Darsteller des Severin Schindler leider nur von "hinten erwischt" , Bild Rechts : Der Bürgermeister im Gespräch .

    

Heute finden hier viele Veranstaltungen statt . Als Standesamt ist die ehemalige Schlosskirche inzwischen sehr beliebt und es finden sehr oft Trauungen statt .

      

Die Schilder und etwas geschichtliches der ehemaligen Kirche am Eingang .

      

Quellennachweis :

1.  Einladung der Gemeinde Schöneiche ,

2.  Spendenaufruf - Infoblatt ,

3. Eigene Aufnahmen vom 12.09.2010 ,

4.  Eigene Aufnahmen vom 20.11.2010 ,

5.  Dr. Wolfgang Cajar - Geschichte(n) von Schlosskirche und Schloss Schöneiche - 2006 .

Anmerkung : Etliche Bilder sind sehr hell , da aber waren mehrere Blitze von Kameras gleichzeitig an . Kann man halt nichts machen .

Ein DANKE an alle Spender und Mitinitiatoren !