Bildhauer und Holzschnitzer             
 
 
Ernst Theuer  
( 1872 - 1946 )
 
 
 
 
 
 
          Schöneiche bei Berlin - Fichtenau - Krausestr. Nr. 8
( heute Clara Zeltkin-Straße )  
    
 
Anmerkung !  Dies ist eine rein private Seite und dient der Geschichtsdarstellung in unserem Gemeindeleben . ( Die Seite erhebt aber keinen Anspruch auf  Vollständigkeit )
 
  ( Bitte auf die Bilder klicken , sie erscheinen dann größer )
 
Wappen der Holzschnitzer
 
 
Ernst Theuer wurde am 31.Dezember 1872 (in der Silvesternacht zu 1873) als Sohn eines Gärtners in Cladow bei Berlin - nähe Pfaueninsel (später Berlin -Kladow) geboren .
Schon als er noch zur Schule ging waren sich die Cladower einig darüber , daß der Ernst einmal Maler oder Bildhauer werden würde, weil er den Zeichenstift und die Tusche so ganz anders handhabte als die anderen Jungs . Er wurde Bildhauer . Er ging bei einem Berliner Meister in die Lehre und in der Berliner Handwerkerschule lernte er Zeichnen und Modellieren .
Als die Lehrjahre vorbei waren blieb er noch 1 Jahr in Berlin dann zog es ihn als Wanderbursche in die Ferne . Das ging allerdings nicht mit Knotenstock und Felleisen , dazu waren die Werkzeuge zu schwer die ein junger Holzschnitzergeselle schon mit sich führen mußte . Eine Schnitzbank und über 200 verschiedene Schnitzeisen (große und kleine und mit hohler und schräger Schneide) waren einfach zu schwer, wenn man über das Gebirge nach Österreich wandern wollte . Hatte er einmal für längere Zeit irgendwo Fuß gefaßt dann schieb er dem Meister, bei dem er zuletzt geschafft hatte, daß dieser ihm die schwere Kiste nachschicken sollte . Und so hat er doch ein Stückchen Welt gesehen .
Eine Arbeitsstelle war in Österreich in der Kaiserau im Marktflecken Admont das berühmte im Jahre 1074 gegründete Benediktinerstift .
     
 

Bild Links : Das Stift vor dem Brand 1865, Bild Rechts : Das Stift nach dem Brand 1865 .

Nach 1865 wurde das Benediktinerstift wieder aufgebaut und viele Künstler sowie Handwerker wurden hier beschäftigt .

In einer Heimatzeitung wurde ca. 1942 geschrieben :

Wer einmal die Gelegenheit hat dort hinzukommen, der kann dort den im gotischen Stil gehaltenen Reliquinschrein betrachten der zu den klösterlichen Kostbarkeiten gehört . Wie erstaunt wäre man, wenn man erfahren würde das dieser herrliche Schrein nicht das Werk eines gotischen Meisters ist, sondern die Arbeit eines jungen Berliner Schnitzergesellen ist, der auf seiner Wanderschaft über Tetschen , Prag , Wien nach Graz gekommen war . Dieser Holzschnitzergeselle hieß Ernst Theuer . ( Zeitungsausschnitte von 1942 befinden sich in meinem Archiv , als Kopie , und die Originale bei der Familie )

Bild : Vielleicht Schnitzarbeiten von Ernst Theuer

Nachtrag vom 22.03.2012 : In einer E-Mail aus dem Stift Admaont ( Stiftsarchiv ) , bezüglich der Arbeiten von Ernst Theuer an einem Schrein im Stift ( beschrieben in einem Zeitungsausschnitt von 1942 ) , seien dort keinerlei Unterlagen gefunden worden und vorhanden . Es haben dort nur bekannte Meister gearbeitet . Anmerkung von mir : Bekannte Meister werden bestimmt nicht die Gesellen und Lehrlinge angeben die bei großen Arbeiten mitgewirkt haben . Daher wird es auch keine Unterlagen von diesen Personen geben . Daher auch keine Namensnennung im Nachschlagewerk zur Kunstgeschichte der Steiermark . Aber ein Danke an das Stiftsarchiv .

Die Stiftkirche

Bilder : Die Außenansichten der Stiftkirche

Bild Links : Die Kanzel -Bild Mitte : Innenansicht - Bild Rechts : Die Orgel

       
  Der Hochaltar
 
In Tetschen verschönerte Ernst Theuer die Herz-Jesu Kirche mit seiner Schnitzkunst und gleiches tat er auch in Prag und Wien wo Schnitzereien an Kirchenbänken und Altären gefragt waren .
 
Nach seinem Aufenthalt in Österreich zog es Ernst Theuer wieder nach Berlin wo er sich dann 1897 selbständig machte . Bald konnte er fünf bis sechs Mitarbeiter beschäftigen . Hier lernte er die aus Bautzen stammende Auguste Bertha Matthis kenne die er am 12.Februar 1899 heiratet . Im November 1899 kam dann die Tochter Anneliese zur Welt . Im Dezember 1900 folgte dann die Tochter Johanna .
Aus seiner Werkstatt ging manch schönes Möbelstück als sichtbares Zeugnis meisterlicher Schnitzkunst hervor, und auch Berliner Kirchen bergen kostbaren Altarschmuck von seiner Hand .

Schnitzkunst von Ernst Theuer .

Im Jahre 1903 zog dann Ernst Theuer mit seiner Familie an den östlichen Berliner Rand - Neu Grunewald - hieß zuerst der Ort und später Fichtenau und war damals ein Ortsteil von Kleinschönebeck . Heute ist es die Gemeinde Schöneiche bei Berlin - Ortsteil Fichtenau .

Hier in der damaligen Krausestraße wohnte Ernst Theuer . Das Haus wurde schon zu DDR - Zeiten renoviert (oben der Balkon wurde so ca. in den 1970er - Anfang 1980er Jahren mit der Verglasung versehen) , nach 1990 dann richtig Instand gesetzt .

   

Und Weihnachten 1903 feierte die Familie in diesem Haus . Bild : Ernst Theuer mit seiner Frau und den Kindern Johanna und Anneliese . ( Man betrachte die mit Schnitzwerk versehene Gardinenstange , der Spiegel hinter dem Weihnachtsbaum existiert heute noch sowie auch noch etliche Möbelstücke ) Die Gegenstände befinden sich alle noch im Familienbesitz .

 
Als nach dem 1. Weltkrieg die Aufträge seltener wurden - Ernst Theuer war selbst zwei Jahre Soldat - löste er die Berliner Werkstatt auf und arbeite nun alleine hier in Fichtenau .
 
 

Vielleicht sah dann seine kleine Werkstatt hier so aus und auch die transportable Werkzeugkiste , wie auf den Bildern aus dem Internet von einer Holzschnitzerwerkstatt .

Etliche Bilder und Gegenstände seiner Arbeiten gibt es heute noch zu bewundern und sie befinden sich heute noch im Familienbesitz und werden in Ehren gehalten .

   

Auch wurde noch über die Jahrzehnte ein Personaldokument gerettet das sich Ernst Theuer 1928 in Kleinschönebeck ausstellen ließ .

 
Am 04. November 1909 wurde dann der Männergesangsverein -Deutsches Lied -Fichtenau offiziell gegründet . Am 26. Dezember 1911 stellt sich der Männergesangsverein zum ersten Mal öffentlich vor . 1925 wurde der Chor Mitglied im Berliner Sängerbund . In wieweit da Ernst Theuer ( als Sänger ) beteiligt war ist nicht überliefert . Auf jeden Fall entstand dann ca. 1931 die Idee ein Banner zu schaffen und Ernst Theuer bat man um Hilfe die Idee umsetzen .
Die Tochter Anneliese war Schneiderin und entwickelte mit ihrem Vater diese Idee und schneiderte dann dieses Banner für den Gesangsverein .
   

Dies Banner wurde dann am 19.06.1932 vor dem damals noch existierendem Schloss Schöneiche geweiht .

 

Das Banner hat den 2. Weltkrieg überstanden und man kann es heutzutage in der ehem. Schlosskirche in einem Schaukasten bewundern .

( Bitte auf das Zunftzeichen klicken , da kommt Seite 2 )

   

 

Quellennachweis :

1. Eigene Bilder von 2010 und 2012 ,

2. Bilder und Infos von Heidi aus ihrem Fotoalbum sowie Zeitungsausschnitte von 1942 ( Hier ein besonderes DANKE an Heidi für die Überlassung )

3. Eigenes Bilderarchiv .

4. Bilder und Infos aus dem Internet " google " .

 
 
    

 

Erstellt : gartenwerner - Februar 2012