Kleiner-Spreewald-Park - Mann`s Waldschloß

                                 "Kleiner Spreewald"

                           bzw. Gaststätte "Kleiner Spreewald"

                  (Gartenlokal mit Kahnfahrten durch die Kanäle )

                        (um die Bilder größer zu sehen einfach raufklicken)

            

Der "Kleine Spreewald" mit Gaststätte und Kanalgelände hat eine wechselhafte Geschichte . 1890 wird das Gelände gekauft was später zum Kleinen Spreewald wird . 1902 kauft ein Herr Clasen dann das Restaurant und das Gelände des späteren Kleinen Spreewalds, was 1905 wiederum an einen Herrn Gärtner geht der es bis 1910 bewirtschaftet . 1910 kauft Max Mann das Restaurant Waldschloss. Max Mann beginnt dann auf dem Gelände einige Kanäle anzulegen .Da ganz in der Nähe der Gaststätte auch die Straßenbahn nach Berlin-Friedrichshagen fuhr und somit eine sehr gute Verbindung in die Hauptstadt besteht, wird " Mann`s Kleiner Spreewald " zu einem sehr beliebten Ausflugsziel der Berliner . Unter Kastanienbäumen konnte man im Garten sitzen und durch die Kanäle konnte man sich mit Spreewaldkähnen fahren lassen . An den Wochenenden waren Tanzveranstaltungen .

    

Mann`s Waldschloß " Kleiner Spreewald" in den 1920er Jahren .

Max Mann stellte an den Kanälen Tische auf und die Gäste konnten im Freien frisch gezapftes Bier genießen , sowie auch die vorbei fahrenden Kähne beobachten .

Er setzte auch Fische aus , die von den Gästen gefüttert und auf Wunsche auch frisch gefangen, zubereitet und verzehrt werden konnten .

      

Für die Kinder seiner Gäste schaffte er Reitponys an und die erfreuten sich großer Beliebtheit bei den kleinen .

   

Eine große Voliere im Garten beherbergte seltenen Vögel die den Kindern und Erwachsenen während des Aufenthalts im Biergarten zusätzliche Unterhaltung boten .

               

( Auch in der Ausflugs Gaststätte " Grätz " in Grätzwalde ,soll es einen kleinen Tiergarten gegeben haben , berichtete jedenfalls meine Mutter )

Für die Sommermonate schuf Max Mann im Garten auch eine Kegelbahn für seine Gäste .

(  Aber besonders im Ortsteil Fichtenau hatte jede Ausflugs Gaststätte eine Kegelbahn die Sommer wie Winter betrieben werden konnten )

Eine besondere Attraktion waren die Pfingstkonzerte zur damaligen Zeit bei " Mann`s " .

          

Es wurde berichtet : Während eines Pfingstfestes sollen die Einnahmen so hoch gewesen sein , dass man sie mit einem Wäschekorb zur Bank bringen musste .

( Auch im Ortsteil Fichtenau waren die Pfingstkonzerte sehr besucht , da ja alle Gaststätten auch einen Gartenbetrieb hatten )

( Auf den Kahn klicken - es erscheint eine neue Seite )

Bilder aus den 1930er und 1940er Jahren

( Diese Bilder wurden mir mit freundlichen Grüßen von der Enkeltochter von Max und Emma Mann , Heidemarie aus Dijon / Frankreich , sowie weiteren Informationen zur Verfügung gestellt . Ein ganz dolles DANKE an die Heidemarie ! )

Emma und Max Mann in den 1930er Jahren .( Max Mann geb. 1874 in Fürstenwalde - gest. 1940 in Schöneiche . Emma Mann geb.1880 - gest. 1953 in Rüdersdorf - sie wohnte zuletzt in der Rahnsdorfer-Straße am Ortseingang aus Richtung S-Bahnhof  Rahnsdorf . )

Werbung von Max Mann 1932 .( Aus dem "Nachrichtenblatt und Anzeiger für den Amtsbezirk Schöneiche Nr.19 vom 6.Mai 1932 " )

   

Ansichten aus dem Kleinen Spreewald .

     

Für viele Berliner die große Attraktion am Rande von Berlin .

  

Auch ein Spaziergang um die Kanäle war sehr schön und bei großer Hitze konnte man sich in der Badeanstalt auch abkühlen .

         

An den Wochenenden war auch Tanz angesagt und im Gastraum konnte nach Herzenslust gespeist werden !

                  

Hier sorgte auch die eigene Hauskapelle immer für Stimmung .

     

     

Bilder..v.l.n.r.: Max Mann ( Mitte ) in den 1930er Jahren mit seinen Angestellten ( Köche , Kellner , Kahnfährleute sowie dem Kioskverkäufer -rechts stehend ) . Auch am Kiosk konnte man sich kurz eine Erfrischung erwerben .

Dann 1944 der Bombeneinschlag ! ( Ein Blindgänger alliierter Flugzeuge schlug seitlich in das Gebäude ein ,dann eine Woche später explodierte und den Nordteil des Gebäudes wegriss )

Ein Wiederaufbau war in den schweren Kriegszeiten nur noch eingeschossig mit ausgebautem Dachgeschoss möglich .

Nach der Zerstörung durch die Luftmine erfolgte die Reparatur und 1946 konnte Emma Mann mit ihrem Sohn den Betrieb wieder aufnehmen .Die Enteignung erfolgte dann ca. 1949/50 ( Großgrundbesitzer wurden ja enteignet ( Das Gelände war und ist ja doch ganz schön groß ) und man "bastelte" noch ein Steuervergehen in den ganzen Vorgang mit hinein .( Um etwas zu essen verkaufen zu können wartete man nicht auf eine "Zuteilung von Oben " sondern man kaufte etwas privat auf - von Bauern , Gartenbesitzern und anderen )  Es gab hier im Ort zur damaligen Zeit einige ganz "scharfe Genossen" die hier sehr aktiv handelten ) .

Anschließend übernahm die HOG ( staatliche Handels Organisation Gaststätten ) die Gaststätte und den Kleinen Spreewald Park , baute vieles um sowie neu und betrieb auch den Kahnbetrieb wieder . ( Weiteres dann im unteren Text )

 

Postkarten aus den 1950er Jahren unter HOG Regie .

Nochmals ein besonderes DANKE an die Enkeltochter vom

Ehepaar Mann - Heidemarie aus Dijon / Frankreich !

Auch nach dem 2. Weltkrieg begann wieder langsam in den 50igern etwas der Ausflugsverkehr . West-Berliner Besucher konnten ja die 1. Zeit auch noch kommen, was ihnen aber im laufe der Jahre immer mehr erschwert wurde . Dann wurden ja private Einrichtungen in halbstaatliche bzw. in staatlich Einrichtungen umgewandelt . Auch der Kleine Spreewald wurde von der HOG ( staatliche Handels Organisation Gaststätten ) übernommen .Es war die 1. HO Gaststätte im Ort mit einem gehobenen Angebot . Anfangs war es auch so, der Gartenbetrieb lief weiter, an den Wochenenden gab es Tanzveranstaltungen und anfangs gab es auch noch Kahnfahrten . Bei solchen Veranstaltungen wurde aber oft und viel dem Alkohol zugesprochen und somit mußte oft der ABV (Abschnittsbevollmächtigter der Deutschen Volkspolizei ) einschreiten .Die Raufbolde mussten ja zur Ordnung gerufen werden ! Der Ruf war ruiniert , die Gästezahl sank . Die HOG " Kleiner Spreewald " führte 1972 die letzten Kahnfahrten durch, die Kanäle verkamen .

Hier eine Aufnahme aus dem Jahre 1970 mit einem neu aufgestellten Zaun .

 Die HO hatte kein Interesse an der Spreewaldanlage .Allerdings trat 1979 in einem zweistündigem Konzert die Gruppe "KARAT " auf . Auch am Gartenlokal wurde bis auf die kleine Terrasse nichts mehr investiert . Größere Veranstaltungen fanden nur noch selten statt .  1990 wird die HO-Gaststätte "Kleiner Spreewald" durch das Veterinäramt - und Lebensmittelüberwachungsamt Fürstenwalde geschlossen . Die HO gab es nicht mehr für eine Modernisierung , außerdem waren die Eigentumsrechte am Grundstück auch unklar . Dumme Menschen begannen nun am Gebäude alles zu zerstören . Glaube eine Brandstiftung fand auch statt .

Alles war dem Verfall preisgegeben !

ehem. Gaststätte Kleiner Spreewald 2003    

Danach nahm sich dann das Naturschutzaktiv und die Gemeinde Schöneiche des Geländes , auch mit dem ehemaligem Schwimmbad an . Wege wurden angelegt, die Kanäle gereinigt und es finden auch wieder , nach Voranmeldung ,Kahnfahrten statt .

ehem. Gaststätte Kleiner Spreewald Juni 2007   

Das Gelände der ehem. Gaststätte wird weiter beräumt .Nach langem hin und her vor Gericht erhielt ja die Gemeinde Schöneiche das Gelände zugesprochen . Inzwischen stand auch ein Investor bereit der das alles wieder zu einem Ausflugsziel machen wollte . Nach meinen letzten Informationen ist dieser jedoch inzwischen abgesprungen . Schade ! Nun dümpelt wieder alles vor sich hin !

v.l.n.r. Eingang kl. Spreewald Park - Zufluss zum kleinen Spreewald

Den Kleinen Spreewald Park kann man über den Eingang in der Brandenburgischen Straße oder über den Eingang der ehem. Badeanstalt in der Berliner Straße erreichen .

v.l.n.r. Brücke v. der Badeanstalt - Kanal - Hochsitz

v.l.n.r. Kanal am Hochsitz - ehem. Kahnhafen der Gaststätte

v.l.n.r. Kanal vom ehem. Hafen - Reste d. ehem. Gaststätte v. Hafen aus - das intakte Haus die Gaststätte TonArt (ganz früher einmal eine Korbmacherei und Wohnhaus)

Reste der ehem. Gaststätte Kleiner Spreewald

v.l.n.r. Kanal - Anlegestelle - Hafen vom Spreewaldkahn

v.l.n.r. Kanal - Anlegestelle - die Kahnfahrt heutzutage

   

Der Kahnbetrieb im Jahre 2013 .

(  Leider führt in den letzten Jahrzehnten das Fredersdorfer Mühlenfließ nur noch wenig Wasser . Geringer Niederschlag, hohe Verdunstung, sinken des Grundwasserspiegels sowie die hohe Pumpleistung des Wasserwerkes in Berlin Friedrichshagen führen dazu . In den Sommermonaten erreicht das Wasser des Fließes oft nicht einmal den Ort und alles ist am verdorren .)

Aus diesem Grund ist auch ein Investor abgesprungen, der die Gaststätte wieder aufbauen wollte und auch einen Kahnbetrieb wieder in Betrieb nehmen wollte .

Befindet sich genug Wasser im Fließ ist auch genügend Wasser für den Kleinen Spreewald vorhanden ,so führt dann das "Naturschutzaktiv Schöneiche e.V. / Kleiner-Spreewald-Park " auch an Wochenenden und auf Anmeldung Kahnfahrten durch !

 

Quellenangabe : 1. Schöneiche bei Berlin - Eine Chronologie durch die Geschichte-2000,

2. Ortsbroschüre -Ausgabe 2007 - Der Waldgartenkulturgemeinde,

3. Eigene Fotos aus den Jahren 2003 und 2007 , 2013,

4. Bilder aus den 1930er und 1940er Jahren von Heidemarie aus Dijon / Frankreich .

5. Schöneicher Impressionen von 2000

 

Badeanstalt Schöneiche b. Berlin  

Alte Mühle

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