Schloss  Schöneiche b. Berlin
                       1529  - 1945                                        
            
Anmerkung !  Dies ist eine rein private Seite und dient der Geschichts-Darstellung der Gemeinde . Diese wird aber hier nur Stichpunktartig dargestellt , sonst würde es ein Buch werden :-)))
 
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Der Name des Ortes wurde 1375 als " Schoneyke " zuerst erwähnt und meint  " (Dorf bei einer ) schönen Eiche " . Die Vorsilbe  "schön " ist charakteristisch  für die Namen aus der Zeit der deutschen Ostsiedlung .
 
 1376  wird Schöneiche als " Schoneyke und Schoneyche " erstmals urkundlich im Landbuch der Mark Brandenburg erwähnt . 1375 wird (Klein) Schönebeck  als " Schonebeke und Schonenbeken "  urkundlich erstmals im Landbuch der Mark Brandenburg erwähnt .
 
1529 belehnt Joachim I. das Altlandsberger Rittergeschlecht von Krummensee (Grummensche) mit dem Dorf Schöneiche . Die Krummensees hatten bereits etwa ein Dutzend Dörfer auf dem Barnim an sich gebracht . Nun wird das erste "feste Haus " errichtet , der mit einer festen starken Feldsteinmauer umgebene Rittersitz . Der Vorgänger des Schöneicher Schlosses .
 
Am 7. Juli 1761 erwirbt der Hofbankier Friedrich Wilhelm Schütze, einer der reichsten Bürger Berlins, das Dorf Schöneiche. 1762 wird das alte Schloss abgerissen , das neue wird als Barockschloss errichtet . Schützes besondere Beachtung genießen Park und Orangerie .
                           
   

Blick auf das Schloss Schöneiche vom Park aus . Farblithographie nach C.G.Gemeinert bei Winkelmann und Söhne aus Alexander Duncker um 1860 .

(War im Besitz der Familien von Krummensee , von Röbel , von Hacke , Schindler (Gründer des Berliner Waisenhauses) , Seegebarth , von Oertzen , Bankier Schütze , von Knobelsdorff und weitere .)   Bild - Quelle : google

Der von Schütze angelegte Lustgarten reicht von der Westmauer des Gutes bis zum Fließ . Zu der Zeit ist der Baumbestand noch niedrig und es soll eine wunderbare Aussicht gewesen sein .

   

.Schloss Schöneiche um 1920 vom Schlossgarten aus gesehen .

 

   

.Schloss mit Gutshof ( Wirtschaftshof ) , Schlosskirche , Gutsbrennerei (Schornstein heute Storchenturm) sowie Wirtschaftsgebäuden . Luftbild um 1920

Am 2. September 1928 bietet Amtsrat Julius Wrede dem Magistrat der Stadt Berlin  das rund 2.720 Morgen große Rittergut Schöneiche ,ausschließlich der gelben Villa (Schloss) , dem Kavaliershaus , Hof und Garten , aber mit allen Gebäuden und Zubehör an lebenden und totem Inventar und Vorräten zum Kauf an . ( Nach dem Ableben von Julius Wrede wird eine Aufbauschule für Mädchen eingerichtet ). Am 2. November 1928 hat der Magistrat von Berlin dem Ankauf des Rittergutes Schöneiche zur Erweiterung der Rieselfelder Vogelsdorf und Tasdorf zugestimmt .

   

.Gutseingang und Zufahrt mit Schloss aus den 30er Jahren d. letzten Jahrhunderts .

(Die heutige Gemeinde Schöneiche besteht aus den früheren Dörfern "Schöneiche" und "Kleinschönebeck" sowie den Kolonien "Fichtenau", "Grätzwalde", "Hohenberge" und "Birkenheim".)

13. Januar 1933 : Die Aufbauschule für Mädchen im Schöneicher Schloss wird Landschulheim der Aufbauschule in Friedichshain . Nach 6 Jahren können die Schülerinnen die Reifeprüfung ablegen .

Ab 4. August 1934 wohnen 25 französische Austauschschüler im Schöneicher Schloss .

1936 beherbergt das Schöneicher Schloss eine deutsch - spanische Austausch - Ferienschule .

Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden von den damals etwa 5000 Einwohnern des Ortes, die 170 Juden unter Mithilfe der örtlichen Behörden vertrieben. Es ist belegt, dass der damalige Bürgermeister, das Finanzamt und viele weitere von der Vertreibung profitierten. Einem Viertel gelang die Emigration, die restlichen Juden wurden in Ghettos oder Konzentrationslager deportiert . Von den Überlebenden oder Emigrierten ist keiner wieder in den Ort zurückgekehrt. Dennoch lebten 2005 wieder etwa 70 jüdische Flüchtlinge aus der GUS (ehem. UdSSR) im Ort, die den Verein "Schtetl" gründeten, welcher in der ehemaligen Feuerwache eingerichtet wurde . ( Quelle : google - Wapedia )

Denkmal im Schlosspark und am Priesterpfuhl

Diese Aufnahmen stammen vom  04.04.2008 und zeigen die Gedenkstätte für die ehemaligen jüdischen Mitbürger von Schöneiche bei Berlin .

Doch leider gibt es auch hier ewig gestrige und geistige Tiefflieger die ein Denkmal besudeln müssen !

.Diese Aufnahmen stammen vom 28.05.2009 .

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.Am 16. April 1945 beginnt die Offensive der Roten Armee zur Einnahme der Reichshauptstadt Berlin . In Schöneiche wird noch eine Volkssturmeinheit aus Einwohnern zusammengestellt ,darunter auch 16 jährige Schüler . Die Einheit wird im Schloss stationiert ,es erfolgt aber keine Bewaffnung mehr . ( Die Schüler Klaus Stelter - Sohn meiner späteren Lehrerin - Klaus später Jurist für Arbeitsrecht - auch im Rundfunk und Fernsehen , sowie auch Helmut Niemann - Sohn von den  Eheleuten der Gärtnerei  Niemann - später in der Gemeinde sehr aktiv in etlichen Positionen .)

Als sich um den 19. und 20. April die Panzer der Roten Armee nördlich und südlich von Schöneiche Richtung Berlin bewegen löst sich der " Volkssturm " auf , d.h. die Bürger gehen einfach nach Hause ! Die "Obernazis" die das Sagen hatten im Ort , die hatten sich alle verdrückt !

Am 22. April 1945 rücken russische Truppen in Schöneiche ein . Da es in Schöneiche weder deutsche Soldaten noch Volkssturm gibt, kann die Besetzung des Ortes kampflos erfolgen .

   

Bitte auf die Burg klicken , dort geht es weiter .

Quellennachweis dieser Seite :

1.  Schöneiche bei Berlin - Eine Chronologie durch die Geschichte

2.  Internet - google -Wapedia

3. Eigene Aufnahmen 2008 und 2009